Therapieformen
Die Ursachen von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sind bis heute nicht geklärt, darum setzt die Behandlung an unterschiedlichen Punkten an. Im Zentrum steht allerdings die medikamentöse Therapie – in der Regel mit so genannten 5-Aminosalicylsäuren und modernen Kortisonpräparaten. Daneben spielen körperliche Ruhe, ausgeglichene Lebensweise, auf den Einzelfall abgestimmte diätetische Aspekte und z. B. psychosomatische und sozialmedizinische Maßnahmen eine Rolle.
Stärker als andere Erkrankungen setzen chronisch entzündliche Darmkrankheiten damit auch Kompetenz, Engagement und Wille zum Erfolg voraus. Übrigens auf beiden Seiten: beim Arzt und beim Patienten! Beim Arzt heißt dies Erfahrung und Bereitschaft, dauernd dazuzulernen, denn die Therapieoptionen bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa entwickeln sich ständig weiter. Beim Patienten fängt das beim frühzeitigen Arztbesuch an, wenn die Beschwerden wieder zunehmen. Es setzt sich fort über die Einhaltung (Compliance) der Therapieschemata. Die Beschäftigung mit der eigenen Ernährung und dem Lebensstil gehört ebenfalls dazu.
Stärker als andere Erkrankungen setzen chronisch entzündliche Darmkrankheiten damit auch Kompetenz, Engagement und Wille zum Erfolg voraus. Übrigens auf beiden Seiten: beim Arzt und beim Patienten! Beim Arzt heißt dies Erfahrung und Bereitschaft, dauernd dazuzulernen, denn die Therapieoptionen bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa entwickeln sich ständig weiter. Beim Patienten fängt das beim frühzeitigen Arztbesuch an, wenn die Beschwerden wieder zunehmen. Es setzt sich fort über die Einhaltung (Compliance) der Therapieschemata. Die Beschäftigung mit der eigenen Ernährung und dem Lebensstil gehört ebenfalls dazu.
Die Behandlung der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen stützt sich im Wesentlichen auf zwei Medikamentengruppen, 5-Aminosalicylsäure und Kortisonpräparate. Moderne Kortisonpräparate gelten dabei beim akuten Entzündungsschub als Goldstandard. Man wird sie umso eher einsetzen, je ausgeprägter die Krankheitsaktivität ist. Daneben wird in der akuten Erkrankungsphase 5-Aminosalicylsäure (Mesalazin), ein kortisonfreies entzündungshemmendes Mittel, verordnet. Um ein Wiederaufflammen der Erkrankung zu verhüten (Rezidivprophylaxe), werden Kortisonpräparate und Mesalazin – in geringerer Dosierung – verwendet.
So genannte Immunsuppressiva, Medikamente, die die körpereigene Immunabwehr teilweise unterdrücken (z. B. Azathioprin, Methotrexat oder Cyclosporin), werden z. B. bei schweren Erkrankungsverläufen oder Kortisonunverträglichkeiten eingesetzt. Eine neue Therapiemöglichkeit bieten die monoklonalen Antikörper. Dies sind molekularbiologisch hergestellte Proteine, die z. B. Botenstoffe zwischen Entzündungszellen, den so genannten Tumornekrosefaktor TNF-α, binden und so die Ausbreitung einer Entzündungsreaktion verhindern.
Bei Medikamentenauswahl, Dosierung und Dauer der Verabreichung wird der Arzt eine Vielzahl von Einzelfaktoren berücksichtigen:
So genannte Immunsuppressiva, Medikamente, die die körpereigene Immunabwehr teilweise unterdrücken (z. B. Azathioprin, Methotrexat oder Cyclosporin), werden z. B. bei schweren Erkrankungsverläufen oder Kortisonunverträglichkeiten eingesetzt. Eine neue Therapiemöglichkeit bieten die monoklonalen Antikörper. Dies sind molekularbiologisch hergestellte Proteine, die z. B. Botenstoffe zwischen Entzündungszellen, den so genannten Tumornekrosefaktor TNF-α, binden und so die Ausbreitung einer Entzündungsreaktion verhindern.
Bei Medikamentenauswahl, Dosierung und Dauer der Verabreichung wird der Arzt eine Vielzahl von Einzelfaktoren berücksichtigen:
- Welche Diagnose liegt zugrunde – Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa?
- Geht es um eine Behandlung im Entzündungsschub oder um eine Rezidivprophylaxe?
- Wie ist das Ausmaß der Krankheitsaktivität?
- Welche Erfahrungen gibt es aus vorangegangenen Behandlungsphasen?
- Ist beim Medikament der Wahl eine einschleichende und/oder ausschleichende Dosierung nötig (zu- oder abnehmende Dosierung)?
- Ist vielleicht eine Kombination unterschiedlicher Medikamente sinnvoll, um höhere Wirksamkeit oder Verringerung von Nebenwirkungen zu erreichen?
Alternativen
Dass bei einem hinsichtlich Ursache, Diagnostik und Therapie so komplexen Krankheitsbild wie den chronisch entzündlichen Darmkrankheiten Patienten immer wieder nach Alternativen zur klassischen Schulmedizin suchen, ist verständlich. Zu diesen alternativen Arzneimitteln gehören u. a. Probiotika und Weihrauch. Weihrauchpräparate stammen aus der indischen Medizin. Den darin enthaltenen Boswelliasäuren wird eine antientzündliche Aktivität nachgesagt. Probiotika zielen dagegen auf die Stärkung der Darmflora und die Verminderung der Darmentzündung durch Zuführung bestimmter Mikroorganismen.
Im Vergleich zu den oben beschriebenen „konventionellen“ Präparaten, die ausführlich wissenschaftlich untersucht sind, bleiben bei den „Alternativen“ bis heute viele Fragen offen. Manche dieser „Alternativen“, wie Boswellia, sind in Deutschland nicht zugelassen, andere sind in der Apotheke sogar ohne Rezept erhältlich. Da der Erfolg der Therapie der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auf der guten, offenen Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient beruht, sollten Sie auch über eventuelle „Alternativen“ auf jeden Fall – vorher! – mit Ihrem Arzt sprechen.
Im Vergleich zu den oben beschriebenen „konventionellen“ Präparaten, die ausführlich wissenschaftlich untersucht sind, bleiben bei den „Alternativen“ bis heute viele Fragen offen. Manche dieser „Alternativen“, wie Boswellia, sind in Deutschland nicht zugelassen, andere sind in der Apotheke sogar ohne Rezept erhältlich. Da der Erfolg der Therapie der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen auf der guten, offenen Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient beruht, sollten Sie auch über eventuelle „Alternativen“ auf jeden Fall – vorher! – mit Ihrem Arzt sprechen.
Operation
Die Aussage, dass Morbus Crohn und Colitis chronisch, d. h. nicht heilbar, sind, gilt mit einer Ausnahme: Bei Colitis ulcerosa könnte der gesamte Dickdarm entfernt und die Krankheit damit geheilt werden, allerdings um den Preis eines künstlichen Darmausgangs oder der Anlage eines Dünndarmreservoirs mit natürlichem Darmausgang. Vor diesem Hintergrund wird auch bei der Colitis ulcerosa die Chirurgie nur bei schweren, nicht medikamentös behandelbaren Verläufen eingesetzt.
Ebenso zurückhaltend wird heute bei Morbus Crohn operiert. Lediglich bestimmte Komplikationen im Krankheitsverlauf wie Abszessbildungen, Darmverschluss oder nicht stillbare Blutungen machen einen operativen Eingriff unausweichlich.
Ebenso zurückhaltend wird heute bei Morbus Crohn operiert. Lediglich bestimmte Komplikationen im Krankheitsverlauf wie Abszessbildungen, Darmverschluss oder nicht stillbare Blutungen machen einen operativen Eingriff unausweichlich.
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