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Christrose

Heilpflanzen

Blüten im Winter!

Die Christrose (Helleborus) gehört zu den Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae), hat also botanisch nichts mit Rosen zu tun. Sie enthält zahlreiche hautreizende Wirkstoffe, u.a. Saponine und Protoanemonin. Die meisten Arten bilden Rhizome, mit denen sich die Pflanzen unterirdisch ausbreiten, wie Helleborus niger.

Allein durch ihr Blatt, aber erst recht durch ihre schönen Blüten und ihren zarten Duft ist die Christrose schon eine besondere Freude im winterlichen Garten. Christrosen  haben einen nackten Stiel und blühen schon in den Dezember hinein.

Der griechische Gattungsname setzt sich zusammen aus "helein" für töten und "bora" für Speise,  was darauf hinweist, daß der Verzehr tödlich wirkt.

Medizinische Bedeutung

Die Wurzel war früher als "Radix hellebori nigri" offizinell. Sie wurde als Herzmittel und harntreibendes Medikament genutzt.

Allerdings wiesen bereits im 16. und 17. Jahrhundert Kräuterbücher auf die Giftigkeit sowie auf die Gefahr einer Überdosierung dieser Pflanze hin: "Drei Tropfen machen rot, 10 Tropfen machen tot."

Durch die Kombination des Hellebrins mit Protoanemonin und Saponinen ist die Pflanze medizinisch nicht nutzbar. Nur isoliertes Hellebrin lässt sich verwenden.

In der Volksmedizin findet die Schneerose noch heute als Brech- und Abführmittel sowie gegen Wassersucht und Harnverhalten Verwendung.

Ha-tschiii!

Das geriebene Pulver der Christrose reizt zum Niesen, daher der Name „Nieswurz“. Diese Eigenschaft verhalf in dem Märchen 'Zwerg Nase' von Wilhelm Hauff dem armen verzauberten Jakob wieder zu seinem wahren Aussehen.

Mit der „Nieswurz“ putzte man sich die Nase frei und meinte, damit böse Geister und Krankheiten auszuniesen.  Wegen der Giftigkeit der Pflanze ist dieses Vorgehen allerdings nicht ganz ungefährlich.

Die pulverisierten Rhizome der Christrose sind heute noch Bestandteile von Schnupftabaksorten (z. B. Schneeberger)  und Niespulvern.

Antiker „Rinderwahnsinn“

In Ovids Metamorphosen wird von der Kur des Melampus berichtet. Der Ziegenhirt heilte die drei Töchter des Königs Proetus von Argus von ihrem Wahnsinn (sie waren überzeugt, Kühe zu sein und rannten auf einer Wiese umher), indem er ihnen Milch mit einem Nieswurzaufguss zu trinken gab.

Die Christrose in der Homöopathie

Die Christrose findet als Helleborus niger, Helleborus orientalis und Helleborus foetidus in der Homöopathie Anwendung bei Nierenentzündung, Harnvergiftung und Wassersucht. Man setzt sie auch bei Herzschwäche mit Ödemen ein.

Andere Namen der Christrose

Lenzrose, Schneekannerl, Schneerose, Schwarze Nieswurz, Weihnachtsblume, Brandwurzel, Christblume, Feuerwurzel, Frangenkraut, Gillwurz, Weihnachtsrose, Winterrose

Eine Christrosenlegende

Die Legende erzählt, wie ein Hirte nach Betlehem ging, wegen seiner Armut aber kein Geschenk für das Jesuskind mitbringen konnte. Da es Winter war, wuchsen noch nicht einmal Blumen. Er war so traurig darüber, dass er weinte. Die Tränen, die zu Boden fielen, verwandelten sich auf der Erde in Christrosen, die er als Geschenk mitbrachte.

Im Dienste der Wissenschaft

Durch ihre feste Konsistenz lassen sich die Blätter der Christrose gut schneiden. Außerdem sind von ihr ganzjährig grüne Blätter verfügbar. Das macht die Christrose für  Biologiestudenten zum perfekten Objekt im Mikroskopierkurs.

Aberglauben

Die Schneerose galt wegen ihrer Blüte zu Weihnachten als heilig. Man schrieb ihr besondere Kräfte zu, etwa um böse Geister auszutreiben oder tödliche Krankheiten wie die Pest zu heilen. Schweinen wurden gegen die Schweinepest Christrosenblüten ins Ohr gesteckt.

Krötengift

Nach einem Aberglauben des Mittelalters sucht die Kröte (Bufo) unter der Christrose nicht nur Schutz, sondern bezieht durch Zauberkraft aus ihr das Gift. Kurioserweise besitzen die Wirkstoffe Bufotailidin aus dieser Kröte sowie Hellebrigenin aus der Christrose dieselbe chemische Struktur.

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