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Efeu

Heilpflanzen

giftig, gesund, heilig

Efeu (Hedera helix) ist ein Kletterstrauch, der mit seinen Haftwurzeln Höhen bis zu 30 m erklimmen kann. Er windet sich oft an Bäumen empor, entzieht ihnen aber keine Nährstoffe, wie das bei einer Schmarotzerpflanze der Fall ist. Der Efeu hält sich nur fest.

Allerdings "würgt" der verholzende Efeustamm seinen Baum, was dazu führen kann, daß dieser im Laufe der Jahre eingeht. Die Blüten erscheinen von August - Oktober und sind recht unscheinbar. Die Dolden haben eine grünlich gelbe Färbung. Die dunkelblauen Beeren reifen erst im nächsten Frühjahr heran. Die Efeublätter sind immergrün.

Efeu ist fast in ganz Europa zu Hause.

Medizinische Bedeutung

Die Pflanzenheilkunde verwendet Efeu bei Katarrhen der Luftwege und zur symtomatischen Behandlung chronisch-entzündlicher Bronchialerkrankungen.

Die jungen Blätter werden in der Homöopathie bei Bronchialasthma, Erkrankungen von Nasenschleimhäuten sowie bei Gallenleiden verwendet. Vor allem in der Kinderheilkunde nutzt man die Pflanze bei Keuchhusten und Asthma.

Schon in der Antike und auch im Mittelalter war der Efeu eine wichtige Heilpflanze. Er wurde bei Krankheiten der Milz, bei Ruhr und Erkrankungen der Atemwege angewendet. Auch bei Rheuma und Gicht sowie bei Gelbsucht und Schwerhörigkeit und sogar gegen die Pest wurde die Pflanze eingesetzt.

Tristan und Isolde

Der Sage nach wurde das tragische Liebespaar Tristan und Isolde an zwei verschiedenen Seiten einer Kirche begraben. König Marke, der ursprünglich Isolde zu Frau wollte, wollte auch im Tod ihre Trennung. Da wuchsen Efeustöcke auf ihren Gräbern, die sich hoch rankten und über dem Dach der Kirche trafen. So waren die Liebenden im Tode vereint.

Treuer Efeu

Wenn Efeu Halt gefunden hat, kann ihn nichts mehr von seinem Partner trennen - deshalb wurde er - wie andere immergrüne Pflanzen auch - zum Symbol der Treue und Unsterblichkeit. Andererseits soll Efeu den ehelichen Frieden stören, wenn man ihn ins Haus bringt. Zum 1. Mai pflegten die Mädchen Efeukränze zu tragen, deren Zauberkraft den Geliebten herbeilocken sollte. In Griechenland überreichte der Priester beim Ritual der Eheschließung dem Paar eine Efeuranke.

Poison Ivy

Efeu enthält vor allem im Fruchtfleisch ihrer Beeren giftige Saponine (Hederasaponin C) und stellt dadurch für Kinder eine Gefahr dar. Eine Vergiftung zeigt sich durch Übelkeit und Erbrechen, Reizungen von Magen und Darm sowie durch Kopfschmerzen. Bei Aufnahme größerer Mengen an Beeren erfolgen Brechdurchfälle und Krämpfe.

Namensbedeutung

Die Herkunft des Namens Efeu ist nicht eindeutig geklärt; eine Deutung verweist auf das lateinische Wort ibex für Steinbock, also Kletterer, die sich auch im althochdeutschen Wort ebah widerspiegeln soll. Klar dagegen ist die Herkunft des Gattungsnamens Hedera. Er leitet sich vom griechischen Wort hedra für sitzen ab und bezieht sich damit auf die Haftwurzeln, mit denen die Pflanze Halt (Sitz) findet. Der lateinische Artname helix heißt windend.

Heiliger Efeu

Efeu war im Altertum und in der Antike eine heilige Pflanze. Die alten Ägypter weihten mit Efeu ihren Osiris, die alten Griechen taten dies bei Bacchus, Demeter und Pan, um nur einige zu nennen. Auch spielte die Pflanze in der griechischen Mythologie eine Rolle. Die Römischen Priester durften den Efeu nicht berühren, da die Angst bestand, sie würden von der Pflanze gefangengehalten und auch die Druiden der Kelten verehrten den Efeu als heilige Pflanze.

Aberglaube: Efeu gegen Alkohol

Hieronymus Bock empfiehlt Efeu vorsorglich bei Trunkenheit: "Fünff oder sechß körner ... / bewahren den menschen das er nit leicht truncken werde."

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