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Mistel

Mistelzweig

Eine alte Zauberpflanze

Für die Kelten war die Mistel die heiligste aller Pflanzen. Die Druiden, ihre Priester, bestiegen in weißen Gewändern die Bäume und schnitten die Mistel für rituelle Handlungen.

Die Menschen schrieben der Mistel so viel Zauberkraft zu, weil sie anders aussieht und anders wächst als andere Pflanzen. Der immergrüne Halbschmarotzer wurzelt auf den Ästen von verschiedenen Baumarten.

In der griechischen Mythologie taucht die Mistel auf, als Äneas mit Hilfe der goldenen Zauberrute in die Unterwelt eindringt. Dem Gott Merkur diente ein  Mistelzweig zum Öffnen der Tore des Hades, wenn er die Toten begleiten musste. Auch in der nordischen Mythologie spielt die Mistel eine Rolle. Loki ermordete den Lichtgott Baldur mit einem Mistelzweig. Die Mistel ist eine der ältesten magischen Pflanzen.

Nachgewiesenermassen nutzte man die Mistel schon  im 5. Jahrhundert v. Chr. heilkundlich. Plinius beschreibt im 1. Jahrhundert n. Chr. die Wirkung der Mistel bei Fallsucht.

Auch die Kräuterkundler des Mittelalters nutzten die Mistel als Heilkraut. Hildegard von Bingen schätzte Mistelsud bei erfrorenen Gliedmassen; man verwendete sie aber auch gegen Epilepsie, wohl, weil man diese Krankheit bösen Geistern zuschrieb, vor denen die Mistel ja schützte. Da die Mistel hoch in den Bäumen wuchs und nicht herunter fiel, ging man davon aus, dass dies einem Epileptiker auch nicht passierte, wenn er einen Mistelzweig bei sich trug.

Der Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp setzte die Mistel zum Blutstillen ein.

Warum küsst man sich eigentlich unter dem Mistelzweig?

Bei den keltischen Völkern war die Mistel ein Symbol des Friedens. In ihrem Zeichen versöhnten sich Feinde und gaben sich den Friedenskuss.

Da die Mistel auch ein Symbol des Glücks und der Fruchtbarkeit war, entwickelte sich der Brauch, dass Verliebte sich zu Weihnachten unter dem Mistelzweig küssen. Deshalb werden heute noch oftmals  Mistelzweige in der Weihnachtszeit über Türen aufgehängt.  Paare, die sich zu Weihnachten dort küssen, bleiben für immer zusammen.

Das Ritual hat allerdings seine Tücken: Laut keltischem Brauch muss die Mistel mit einer goldenen Sichel geschnitten und binnen zwölf Nächten verbrannt werden. Außerdem sollen Misteln nur dem Glück bringen, der sie geschenkt bekommt. Kaufen oder selber sammeln gilt nicht! Wenn die Wirkung des Kusses also nicht wie erhofft anhält, wurden vielleicht Formfehler gemacht.

Steckbrief

Lateinischer Name: Viscum Album

Volkstümliche Namen: Laubholz-Mistel, Affolter, Bocksfutter, Donnerbesen, Drudenfuß, Elfklatte, Geißkrut, Guomol, Hexenbesen, Hexenkrut, Hexennest, Immergrüne, Kluster, Leimmistel, Marenklatte, Marentaken, Mischgle, Mischgelt, Misple, Mistel, Mistele, Mistelsenker, Nistle, Uomol, Vogelchrut, Vogelkälb, Vogellim, Vogelmistel, Weiße Mistel, Wespe, Wintergrün, Wispel, Wispen, Wösp

Vorkommen: Portugal, Sizilien, Mittelengland, Südnorwegen, Südschweden, Iran, China, Amur- sowie Ussurigebiet, Korea, Japan und Taiwan.

Anwendungsbereiche und Verwendung: Phytotherapie, Anthroposophische Medizin, Homöopathie, TCM, Onkologie, Kardiologie, Arthrose

Inhaltsstoffe: Für Wirkungen der Droge sind vor allem Glykoproteine, Polypeptide, Flavonoide, Glycoside und Polysaccharide verantwortlich.

 

 

 

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