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Mönchspfeffer

Mönchspfeffer

Gegen die fleischlichen Begierden

In den mittelalterlichen Klöstern hatte der Mönchspfeffer eine besondere Bedeutung. Die Pflanze galt als wirksames Anaphrodisiakum. Sie sollte Nonnen und Mönchen helfen, das Keuschheitsgelübde einzuhalten und unkeusche Gelüste zu bekämpfen.

Die kleinen, nach Pfeffer riechenden Früchte wurden daher in den Klosterküchen als Gewürz und Ersatz für den teuren, exotischen Pfeffer verwendet. Dafür wurde in jedem Klostergarten Mönchspfeffer angebaut. Die Dosierung hatte allerdings ihre Tücken: wenn man zu wenig agnus castus zufügte, erreichte man die gegenteilige Wirkung. 

Medizinische Bedeutung

Mönchspfeffer wird gegen bestimmte Beschwerden beim prämenstruellen Syndrom zur ursächlichen Behandlung eingesetzt. Außerdem kann er gegen Zyklusunregelmäßigkeiten, Blutungsstörungen, Schmerzen während der Periode, Brustschmerzen, erhöhten Prolaktinspiegel und Wechseljahresbeschwerden helfen.

Die Früchte des Mönchspfeffers enthalten Iridoide, etherisches Öl, Flavonoide, Bitterstoffe und fettes Öl.

Forschungen belegen eine Wirkung, die dem  Dopamin verwandt ist. Dopamin ist ein körpereigener Botenstoff und reguliert die Ausschüttung von Prolaktin. Eine Überproduktion von Prolaktin führt häufig zu Spannungsgefühlen in den Brüsten (Mastodynie). Es wird außerdem vermutet, dass Mönchspfeffer Einfluss hat auf die Ausschüttung von FSH und LH, zweier Hormone der Hypophyse, die den Menstruationszyklus regulieren.

Namensverwirrung und Übersetzungsfehler

Abrahamsstrauch, Keuschbaum, Keuschlamm, Keuschstrauch, Müllen - der Mönchspfeffer hat viele Namen.

Die Bezeichnung „Keuschlamm“ verdankt er allerdings einem Übersetzungsfehler. Das Wort „agnus“ im lateinischen Namen „agnus castus“ kommt vom griechischen „hagnos“, was wiederum „keusch“ bedeutet.

Ein Schriftgelehrter verwechselte griechisch und lateinisch und verstand das Wort als lateinisch „agnus“, „das Lamm“. So übersetzte er „Keusch(es) Lamm“.

Ein frommer Wunsch

„Möge Gott bewirken, dass in dieser Welt weniger Weinreben wüchsen und dafür mehr Bäume dieser Art, ganz besonders den Leuten geistlichen Standes.“

So schreibt Konrad von Megenberg, Domherr in Regensburg, um 1350 im Kapitel „Von dem keuschen Lamb“ seines Werkes „Buch von den natürlichen Dingen“. Der Vorwurf, der Klerus sei den weltlichen Genüssen zu sehr zugewandt, wurde damals oft erhoben.

Ein Frauen- und Mütterkraut

Seit Urzeiten ist Agnus castus symbolisch mit dem Fraulichen und Mütterlichen verknüpft. So soll Hera, Gattin des Zeus und Hüterin der Ehe, unter einem Keuschlammstrauch geboren worden sein. Das Kultbild der Hera auf Samos, sowie das der Artemis Orthia in Sparta war mit Agnus-castus-Zweigen umflochten. Das Standbild der „vielbrüstigen“ Artemis von Ephesos war aus dem Holz des Keuschlamms geschnitzt.

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